110. ordentliche Hauptversammlung der Andritz AG

Inside Finance zu Gast bei der Andritz AG Hauptversammlung.

Bei der 110. ordentliche Jahreshauptversammlung der Andritz AG war nicht nur für das Unternehmen ein Jubiläum sondern auch für uns beide die erste Jahreshauptversammlung überhaupt. Der Congress war äußerst gut gefüllt und es trafen auch nach offiziellem Start um 10:30 noch Aktionäre und Aktionärsvertreter ein. Nach einer kurzen Vorstellung des neuen CFO, Dipl.-Ing. Mark von Laer, folgte der erste Punkt der Tagesordnung, die Präsentation des Jahresabschlusses durch den Vorstandsvorsitzenden Dr. Leitner. Für uns überraschend beinhaltete dieser nur wenige neue Informationen gegenüber dem Geschäftsbericht. Heruntergebrochen auf die vier großen Unternehmensbereiche Hydro, Pulp&Paper, Metals und Seperation ergab sich für uns folgendes Bild:

Hydro – Der aktuelle Umsatzrückgang und verminderte Auftragseingang geht vor allem auf den niedrigen Strompreis in Europa zurück, wodurch Kraftwerksbetreiber etwaige Modernisierung- und Neubauprojekte aufgeschoben haben.

Pulp&Paper – Der Bereich Pulp&Paper entwickelt sich zufriedenstellend. Der Auftragsrückgang und Umsatzrückgang gegenüber Vorjahr ist laut Konzernspitze auf einen Großauftrag in 2015 zurückzuführen. Die weltweiten Investitionen und vor allem Aufträge im Servicebereich sind laut Angaben äußerst zufriedenstellend.

Metals – Die Restrukturierungsmaßnahmen der Schuler Gruppe befinden sich im Endspurt und wie in 2015 wurden auch 2016 Akquisitionen in diesem Konzernbereich unternommen. Der deutsche Werkzeughersteller AWEBA, mit 600 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 60 Millionen Euro, wurde erfolgreich zu 100% gekauft.

Seperation – Im Unternehmensbereich Seperation gibt es ein positives Zeichen bezüglich der Produkte Chemischer- und Kommunaler Abwasserbehandlung. Eher schwach entwickelte sich der Seperation Bereich Bergbau und Lebensmittel.

Anschließend wurde es durch die Fragen und Wortmeldungen der Aktionäre spannender und Details über die aktuelle Lage und den Ausblick rückten ans Tageslicht. So wurde der Servicebereich nochmals von Aktionären und dem Vorstandvorsitzenden hervorgehoben. Mit einem Umsatzanteil von 32% und einer zweistelligen Rentabilität. Wichtig anzumerken ist das sich das Servicegeschäft nicht nur auf den Verkauf von Ersatzteilen begrenzt, sondern auch Innovationen und Industrie 4.0 wichtige Themen für die Andritz-Gruppe sind. 

Weiters zeigte sich, dass es der Bereich Hydro momentan in Russland schwer hat, im Bereich Pulp&Paper hingegen bezifferte CEO Dr. Leitner die Wahrscheinlichkeit zum Gewinn eines Großauftrages in den nächsten zwei Jahren mit 50%. Grund dafür ist das Ziel Russlands zusätzliche Wertschöpfung im eigenen Land zu generieren.

Wenige Tage vor der HV wurde kommuniziert, dass in der Ukraine ein 60 Millionen Euro Modernisierungsauftrag im Bereich Hydro an Land gezogen werden konnte.

Versuche von „Fake President“-Angriffen wurden im Zusammenhang mit Cyberkriminalität und IT-Sicherheit ebenso andiskutiert, wie regelmäßige Hackerangriffe, welche bislang jedoch gleichermaßen ohne schwerwiegende Folgen blieben.

Die weiteren Tagesordnungspunkte umfassten Abstimmungen bezüglich der Dividende, Entlastungen von Vorstand und Aufsichtsrat, Wahl des Abschlussprüfers 2017 und die Wahl von Hrn Univ.-Prof. Dr. Christian Nowotny als Mitglied des Aufsichtsrates, welche allesamt mit überwiegender Mehrheit beschlossen wurden.

Nachdem Herr Nowotny die 110. ordentliche Hauptversammlung für beendet erklärt hatte, bedienten wir uns am reichhaltigen Buffet und kamen dabei mit zwei Aktionären in ein längeres und spannendes Gespräch.

(für den Finance Club Graz von Paul Steininger und Simon Reith)

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